Ich hatte das Vergnügen, das brandneue HUAWEI Pura 80 Ultra ausführlich zu testen. Ja, Huawei – genau die, die vom US-Markt und somit vom Google-Universum ausgeschlossen wurden und es leider auch heute noch sind. Es ist der Hersteller, bei dem viele potenzielle Käufer völlig zurecht verunsichert sind, was die Einschränkungen angeht. Aber ist das einige Jahre später eigentlich immer noch so ein großes Problem? Kann ich wirklich viele Funktionen im Alltag nicht nutzen? Finden wir es gemeinsam in meinem Test des Pura 80 Ultra heraus. Wir klären, ob das neue Huawei-Flaggschiff vielleicht doch eine echte Alternative für dich sein könnte. Denn bei dieser Kamera beißen sich andere Hersteller schlichtweg die Zähne aus. Wenn du also gute Fotos mit mobilen Geräten liebst, solltest du dir meinen Test unbedingt genauer anschauen! Huawei setzt mit diesem Gerät die Messlatte für Smartphone-Fotografie nicht nur ein Stück höher – sie definieren sie quasi neu. Aber sieh selbst…
Design und Display: Ein edler, aber schwerer Brocken
Das Pura 80 Ultra markiert die neueste Speerspitze der Huawei-Smartphones und legt den Fokus ganz klar auf Design und Kameraqualität. In der von mir getesteten Gold-Variante wirkt es extrem edel, was vor allem durch die feine Struktur auf der Rückseite unterstrichen wird. Das riesige 6,8 Zoll große LTPO OLED Display löst mit 2848 × 1276 Pixeln auf und bietet eine adaptive Bildwiederholrate von 1 bis 120 Hz, was in der Praxis für eine extrem flüssige Bedienung sorgt. Mit einer Helligkeit von bis zu 3000 Nits lässt es sich auch unter direkter Sonneneinstrahlung hervorragend ablesen. Es ist vielleicht nicht das hellste Display auf dem Markt, aber dank des schlanken Rahmens, der abgerundeten Ecken und der LTPO-Technik gehört es definitiv zu den schönsten.
Auch in puncto Robustheit kann das Pura 80 Ultra bislang auch überzeugen, Huawei verbaut hier das Crystal Armour Kunlun Glas der 2. Generation. Aufgrund der Huawei “Eigenmarke” lässt es sich nur schwer mit anderen Herstellern vergleichen, ob dieses nun kratzunempfindlicher ist. Mir ist das Gerät während des Tests tatsächlich von einem Tisch gerutscht und aus über 60 cm Höhe auf Fliesen gefallen, und ich konnte danach absolut keinen Kratzer oder eine Delle im Rahmen des Pura feststellen. Man sollte in diesem Zusammenhang jedoch bedenken, dass sowohl das Gehäuse als auch die Vorderseite extrem glatt sind. Das fühlt sich zwar zweifellos mega gut an, sorgt aber auch dafür, dass das Smartphone schnell mal weg- oder eben runter rutscht.
Top: Eine passende Hülle liegt glücklicherweise bei, genau wie ein Schnellladegerät, das den Akku in wenigen Minuten wieder vollpowert – dazu aber später mehr.
Mit einem Gewicht von rund 234 g ist das Pura 80 Ultra allerdings kein Leichtgewicht, was man bei der täglichen Nutzung definitiv merkt. Angesichts des riesigen 5.170 mAh Akkus und der massiven Kameraeinheit dürfte das aber kaum verwundern; die geballte Technik und Akkupower fordern hier schlichtweg ihren Tribut.
Technische Spezifikationen im Überblick
- Display: 6,8 Zoll LTPO OLED, 2848 × 1276 Pixel, 1-120 Hz adaptive Bildwiederholrate.
- Schutz: Crystal Armour Kunlun Glas™ der 2. Generation (besonders kratz- und sturzfest).
- Prozessor: Optimiertes Kühlsystem (VC-Kühler & Graphen) mit 40% besserer Wärmeableitung im Vergleich zum Pura 70 Ultra.
- Speicher: 16 GB RAM + 512 GB interner Speicher.
- Akku & Laden: * 100 W HUAWEI SuperCharge (Kabel).
- 80 W Wireless SuperCharge.
- Maße & Gewicht: 163 x 76,1 x 8,3 mm | ca. 233,5 g.
Das Herzstück: Die Kamera-Referenz
Kommen wir zum eigentlichen Star der Show, der Kameraeinheit. Das komplexe umschaltbare Dual-Teleobjektiv-System ist das Prunkstück des Pura 80 Ultra. Die Hauptkamera arbeitet mit 50 MP Ultra Lighting HDR und einem gewaltigen 1-Zoll-Sensor. Das Besondere ist hier die mechanisch variable Blende, die sich physisch zwischen F1.6 und F4.0 (je kleiner der Wert umso Lichtstärker ist die Kamera) verstellen lässt. Bei schlechten Lichtverhältnissen öffnet sich die Blende weit, um maximal viel Licht einzufangen, während sie sich bei hellem Tageslicht schließt, um eine durchgehende Schärfe im gesamten Bild zu garantieren. Ein entscheidender Vorteil dieser Technik ist das optisch echte Bokeh: Im Gegensatz zu reinen Software-Lösungen, die den Hintergrund oft unsauber (besonders an den Haaren) maskieren, erzeugt die variable Blende natürliche, physikalisch korrekte Übergänge zwischen Motiv und Hintergrund.
Für extreme Flexibilität sorgen die zwei Teleobjektive. Wir haben ein 50 MP Teleobjektiv für einen 3,7-fachen optischen Zoom, der sich ideal für Porträts eignet, und ein zweites 12,5 MP Teleobjektiv mit einem beeindruckenden 9,4-fachen optischen Zoom für extreme Distanzen und schöne Portraitaufnahmen mit schön viel Tiefenschärfe. Beide Systeme nutzen Sensor-Shift-OIS für eine erstklassige Stabilisierung, selbst wenn man nah an Objekte heranzoomt. Sogar bei Dunkelheit erreichen die Kameras beachtliche Ergebnisse, ohne dass man ein Stativ oder einen festen Untergrund benötigt. Atemberaubende Aufnahmen direkt aus der Hand bei Nacht, selbst bei extremem Zoom, sind das Ergebnis und haben mich komplett umgehauen. So viele Details bei einem stark herangezoomten Objekt in der Dunkelheit hatte ich zuvor bei noch keiner anderen Smartphone-Kamera gesehen.
- Hauptkamera des Pura 80 Ultra – schon beeindruckend… aber zoomen wir mal ran (nächstes Bild)
- Zoom und WOW – Selber Standort wie oben. Für ein Smartphone, bei Dunkelheit ohne Stativ …wow.
- Dunkelheit ohne Stativ
- Hauptkamera…. und reinzoomen (nächstes Bild)
- …reingezoomt, alles knacke Scharf.
- Macrokamera erkennt jedes Staubkorn auf Objekten
- wieder Selfiekamera… aber das Motiv wird einfach nicht besser 😉
- Ich bin stark… kann einen leeren Karton halten! ^^
- Gegenlicht, kein Ding
- Auch bei wenig Licht, viel Bild ! WOW
- Langzeitbelichtung aus der Hüfte – Nicht perfekt aber beeinduckend
- …für die Werwölfe unter uns… Weitwinkelkamera
- Hauptkamera des Pura 80 Ultra
- …zoom, der beste Freund des Ultra
- …und nochmal zoooooom Baby
- Natürliche Farben, Kontraste ohne zu überschärfen
- Auch bei “Schummerlicht” keine Probleme
- …auch keine Probleme die Spinnweben unter der Zimmerdecke mit der Zoomkamera zu entdecken
- Perfekte Farben
- Selfiekamera geht auch… bis auf das Motiv. ^^
Ergänzt wird die Kameraeinheit durch eine 40 MP Ultraweitwinkel-Kamera, die weite Landschaften detailreich einfängt. Während viele Hersteller bei der Weitwinkelkamera oft geizig mit der Pixelanzahl sind, spielt das Pura 80 Ultra hier in einer ganz anderen Liga. Mit seinen 40 MP setzt es sich deutlich von Geräten ab, die in diesem Bereich immer noch mit nur 12 MP um die Ecke kommen.
Ein nützliche Funktion ist neben dem optischen Zoom und Stabilisierung auch die Ultra-Chroma-Technologie in Verbindung mit der XD Fusion Engine des Pura 80 Ultra. Wer kennt es nicht: Ein knallrotes Shirt wirkt auf Fotos oft orange, oder Hauttöne sehen unter Kunstlicht kränklich aus. Die Ultra-Chroma-Kamera gleicht genau diese Fehler in Echtzeit aus und sorgt für eine laut Huawei um 120 % höhere Farbgenauigkeit. Besonders bei Nachtaufnahmen oder auf Konzerten mit schwierigen LED-Lichtkontrasten verhindert das System das gefürchtete „Ausfressen“ der Farben und bewahrt die natürliche Atmosphäre der Szene, ohne sie durch KI-Algorithmen künstlich zu verfälschen. Das Ergebnis sind Bilder, die genau so wirken, wie das menschliche Auge sie wahrnimmt und ich denke, das sieht man auch in meinen Aufnahmen?
Performance, Akku und die Google-Frage
Unter der Haube des Pura 80 Ultra steckt ein Prozessor von Huawei selbst, zu dem es leider nur wenig offizielle Informationen und damit kaum direkte Vergleiche gibt. Huawei hält sich hier bedeckt, weshalb eine detaillierte technische Beurteilung schwierig ist. Ich kann euch daher nicht genau sagen, wie viele Kerne die Unit besitzt. Was ich aber sagen kann: Alles läuft verdammt schnell und flüssig. Durch ein optimiertes Kühlsystem mit Graphen wird eine um 40 % bessere Wärmeableitung im Vergleich zum Vorgängermodell ermöglicht. Das macht sich besonders beim intensiven Zocken bemerkbar, da das Gerät auch unter Last angenehm temperiert bleibt.
Zusammen mit den üppigen 16 GB RAM und dem 512 GB großen internen Speicher ist die Performance im Alltag absolut erstklassig und sorgt für eine butterweiche Bedienung.
Bei der Ladegeschwindigkeit zeigt Huawei, wie es richtig geht! Über das mitgelieferte Kabel-Netzteil stehen euch satte 100Watt Ladepower zur Verfügung. HUAWEI SuperCharge ist hier nicht nur ein nettes Wort, während das Smartphone kabellos mit beeindruckenden 80W geladen werden kann. Damit ist das Pura 80 Ultra extrem schnell wieder einsatzbereit, selbst wenn der riesige 5.170 mAh Akku einmal leer sein sollte.
HUAWEI SuperCharge ermöglicht eine komplette Ladung von 0 auf 100% in lediglich unter 40 Minuten. Mit dem mitgelieferten Netzteil erreicht ihr bereits in nur 15 Minuten wieder eine stolze Kapazität von 50%.
Zum Ladevergleich: Während Huawei den Akku kabellos fast so schnell vollballert wie andere per Kabel, laden die Flaggschiffe von Apple oder Google oft nur mit Geschwindigkeiten zwischen 15 W und 23 W. Selbst Samsung, mein aktuelles Smartphone dem Fold 7, bewegt sich beim kabellosen Laden meist in einem Bereich von etwa 15 W. Das bedeutet im Klartext: Wo das Pura 80 Ultra in einer Kaffeepause schon wieder massig Energie getankt hat, tröpfelt bei vielen anderen Geräten der Strom nur so vor sich hin.
Huawei nutzt Technologien, die das kabellose Laden endlich so effizient machen, dass man das Kabel im Alltag eigentlich gar nicht mehr vermisst. Das ist ein technischer Vorsprung, den andere Hersteller gern mal nachmachen können.
Abgerundet wird das “neue Technik-Paket” des Pura 80 Ultra mit dem neuen WiFi 7 Standard, Damit bist du für die Zukunft des schnellen Wlan-Internets bestens gerüstet. Während viele Haushalte noch auf älteren Standards funken, ermöglicht WiFi 7 deutlich höhere Datenraten und eine stabilere Verbindung, selbst wenn viele Geräte gleichzeitig im Netzwerk hängen.
Sofern du bereits einen entsprechenden Router nutzt, sorgt dieser Standard dafür, dass Downloads und Streaming auf dem Pura 80 Ultra in einer ganz anderen Geschwindigkeit ablaufen. Es ist ein wichtiges Stück Zukunftssicherheit, das Huawei hier verbaut hat, und gleicht für viele Nutzer die fehlende 5G-Unterstützung im heimischen WLAN oder im Büro wieder aus. Das Gerät ist also technisch absolut auf der Höhe der Zeit und bereit für die nächste Generation der kabellosen Vernetzung, zumindest nicht, wenn Du unterwegs Daten anrufst… aber da sind wir nun beim Huawei Bann.
Natürlich müssen wir über den „Elefanten im Raum“ sprechen: Den Huawei Bann in den USA und damit die u.a. fehlenden Google Mobile Services. Auch wenn Google Maps oder YouTube nicht nativ vorinstalliert sind, ist das Gerät für viele Nutzer wieder sehr attraktiv geworden. Über den Aurora Webshop lassen sich trotz Bann Google Apps problemlos installieren und nutzen. In meinem Test funktionierten der Google Kalender, Google Fotos, GMail und Maps einwandfrei, was die Hürde des Embargos deutlich senkt.
Man muss jedoch schmerzlich auf 5G-Unterstützung verzichten, was unterwegs bei sehr großen Datenmengen echt weh tun kann. Aber den meisten wird es im Alltag kaum auffallen, da auch ohne 5G Dienste wie YouTube oder Spotify problemlos und ohne echte Einschränkungen laufen. Technisch bin ich mir sicher, hat das Pura 80 Ultra eine 5G Funktionalität, aber diese ist im EU Raum deaktiviert, denke ich. Leider.
Fazit
Das HUAWEI Pura 80 Ultra ist kameratechnisch ein echtes Meisterwerk und ein edles Smartphone für die, die sich leidenschaftlich für Fotografie begeistern. Glücklicherweise ist es mittlerweile auch eine Option für diejenigen, die nicht auf Google-Dienste verzichten wollen. Die Verarbeitung ist, wie von Huawei gewohnt, absolute Spitzenklasse und das Gehäuse überzeugt durch seine enorme, wenn auch von mir unfreiwillig getestete Robustheit.
Beim Preis von 1.499 € merkt man die hochwertigen Materialien deutlich; man bewegt sich hier auf dem Niveau eines iPhone Pro Max, was technisch aber auch absolut gerechtfertigt ist? Doch bei so einer Investition muss man sich wohl auf den ersten Blick echt in das Pura 80 Ultra verlieben?
Trotz der einfachen Installation und Nutzbarkeit von Google-Apps über den Aurora Store wird das Pura 80 Ultra jedoch nicht mein persönlicher Daily Player werden.
Das liegt weder an der Software noch an der Farbe, sondern schlichtweg an der Größe und dem Gewicht. Für ein Smartphone, das ich nicht wie mein Samsung Galaxy Fold 7 auffalten kann, ist es mir im Alltag einfach zu klobig und schwer. Da bin ich vom riesigen Fold 7 Display einfach zu verwöhnt bin, fürchte ich. Aber bin ich der Maßstab? Sicher nicht…
Wer jedoch keinen gesteigerten Wert auf ein faltbares Display legt, das auffällige Gold-Design liebt und die aktuell wohl beste Smartphone-Kamera am Markt besitzen möchte, findet hier sein perfektes Gerät. Oder wie siehst du das? Wäre das Pura 80 Ultra eine echte Alternative für dich?
































